Umstritten: Apple-Strategie bei iPhone-Vermarktung 19.09.
Für die ehemaligen Staatsmonopolisten in der Telekommunikation sind die exklusiven Vermarktungsrechte für das iPhone-Handy von Apple ein Glücksfall. Ob der Steve Jobs-Konzern mittelfristig davon profitiert, wird von Branchenexperten angezweifelt. „Für T-Mobile ist die Kooperation sehr vorteilhaft, weil der Bonner Konzern sich mit der Markenaura von Apple schmücken kann. Telekom-Chef René Obermann kann es leicht verschmerzen, rund 30 Prozent der iPhone-Umsätze an Apple abzugeben“, so Michael Sander, Geschäftsführer des Beratungshauses Terra Consulting Partner in Lindau. Der Apple-Chef hätte aber wie beim iPod mehr erreichen können.
„Apple könnte über Business Process Outsourcing-Verträge das iPhone als eigene Mobilfunkmarke etablieren – als virtueller Netzbetreiber (MVNO). Stattdessen macht man den Kauf des mobilen Endgerätes vom Wechsel des Netzbetreibers abhängig. Apple würde mit einer eigenen Mobilfunkmarke eine viel höhere Kundenbindung erreichen und den eigenen Kultstatus nutzen“, bemerkte Unternehmensberater Edgar Schnorpfeil bei einer Diskussionsrunde der Fachzeitschrift Funkschau. Apple-Kunden möchten vielleicht nicht Mobilfunkkunde von AT&T oder T-Mobile werden und verzichten deshalb auf den Kauf des iPhones.
Der Steve Jobs-Konzern könnte als MVNO sogar weltweit auf BPO-Modelle setzen und völlig frei am Markt agieren, sagte Omar Khorshed, Vorstandschef des Abrechnungsdienstleisters Acoreus, gegenüber der Funkschau. „Das ist für große Marken wie Apple interessant, die mit ihrem Kundenstamm Nischenmärkte besetzen und ihre Marke stärken wollen“, resümierte Khorshed.
Quelle: absatzwirtschaft.de


